Total norm-al?

Natürlich wissen wir alle, warum es Normen gibt. Ob ISO, EN oder DIN: Ohne Normen, kurz gesagt, würde die Filtertüte nicht in den Kaffeefilter passen. Warum nur besitzen Normen dann oft so einen verstaubten, bürokratischen Beigeschmack – genau wie Qualitätsmanagement? Völlig zu Unrecht!

Susanne Schwarz
Redakteurin | Content Managerin
Weiße Schrift auf blauem Verlauf mit der Aufschrift "Total norm — al"
Themenübersicht
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Wir bei orgavision stehen für ein lebendiges Qualitätsmanagement: Unsere Software lässt sich leicht erlernen und bedienen und sorgt bei unseren Kunden für viele kleine Erfolgsmomente. Mehr Lebendigkeit möchten wir auch ins Normen-Thema bringen. Unser Ansatz dabei: die Menschen mit ins Boot holen! Was genau sagt eine Norm aus, was bedeutet sie für das Individuum? Wir haben unsere Kolleg:innen nach ihren Lieblingsnormen befragt – und spannende, auch ungewöhnliche Antworten bekommen. Es gibt eben mehr zwischen Himmel und Erde als DIN A4 oder ISO 9001 – aber lesen Sie selbst!

 

Max’ Lieblingsnorm — DIN EN 1270

Norm für funktionelle und sicherheitstechnische Anforderungen an Basketballgeräte

Max kennt viele Sporthallen von innen: Er hat schon als Schüler Basketball in der Oberliga gespielt – da besaßen die wenigsten Hallen vernünftige Korbanlagen. Das Backboard, also das Brett hinter dem Korb, bestand manchmal aus einer einfachen Spanplatte. „Das hat durchaus den Wettbewerb verzerrt“, erinnert sich Max. „Da trainierst du deine Wurftechnik, und im Spiel springt der Ball auf einmal ganz anders.“

Gut, dass die meisten Hallen mittlerweile über normgerechte Anlagen nach DIN 1270 verfügen! Das heißt: Das Basketballbrett hängt immer auf der gleichen Höhe, besitzt eine gepolsterte Unterkante und einen gefederten Korb. Und vor allem besteht es aus hochwertigen Materialien – in der Regel aus Holz oder glasfaserverstärktem Kunststoff, aus Plexiglas oder Acrylglas.
 

Was sagt die Norm aus?

Die DIN EN 1270 legt die funktionellen und sicherheitstechnischen Anforderungen an Basketballgeräte fest.
Sie gilt für 8 Gerätetypen der Klassen A bis E – jedoch nicht für Geräte im Heimbereich oder für Ballwurf-Übungsanlagen.

 

Max:

»Man sagte über mich als Kind, ich könne kaum laufen ohne Ball in der Hand.«

Susannes Lieblingsnorm — DIN 1946-6

Norm für die Lüftung von Wohnungen und gleichartig genutzten Raumgruppen

Unsere Content Managerin Susanne hat eine Lieblingsnorm … die DIN 1946-6. „Nicht weiter überraschend“, sagt Susanne, die in ihrer Familie als Frischluftfanatikerin und Morgens-gleich-das-Fenster-Aufreißerin berüchtigt ist. Gut, dass die DIN 1946-6 exakt beschreibt, wie man seine Wohnung richtig lüftet – minutengenau. Das kann Susanne als Diskussionsgrundlage verwenden, wenn es zu Hause heißt: Fenster auf oder zu?

 

Was sagt die Norm aus?

Laut DIN 1946-6 soll eine Wohnung mindestens vier Mal täglich gelüftet werden – wie lange, ist genau definiert:

  • Dezember – Februar: 5 Min.

  • März – November: 10 Min.

  • April – Oktober: 15 Min.

  • Mai – September: 20 Min.

  • Juni – August: 30 Min.

 

Susanne:

»In Ostseenähe aufgewachsen, kann mir Berlin gar nicht frisch genug sein!«

 

Franks Lieblingsnorm — DIN EN 1860-1

Norm für Grillgeräte und feste Brennstoffe

Gleich neben der Angst des Torschützen vor dem Elfmeter steht die Angst des Grillmeisters vor dem Herunterfallen des Grillguts. Zwar liegt so ein Nackensteak recht flächig auf, aber wie steht es mit zarteren Genüssen, etwa Gemüsespießchen oder kleinen Nürnbergern? „Zum Glück“, so unser grillbegeisterter Kollege Frank aus dem Team Beratung & Support, „hat man hier mitgedacht: So regelt die DIN 1860-1 den Abstand der Grillstäbe.“

 

Was sagt die Norm aus?

Die DIN EN 1860-1 Norm gilt für Grillgeräte, feste Brennstoffe und Anzündhilfen, ausgenommen Einweggrills. Sie begrenzt den Abstand der einzelnen Grillrost-Stäbe voneinander auf maximal 20 Millimeter.

 

Frank:

»Diese Norm stellt sicher, dass keines meiner geliebten Grillwürstchen durchs Rost fällt!«

 

Jennys Lieblingsnorm — ISO 2108

Nummernsystem für Bücher (ISBN)

Eine ISBN ist den meisten schon einmal begegnet, z. B. wenn sie ein Buch bestellt haben. Die ISO-Norm 2108 regelt Aufbau, Vergaberegeln und mehr – so wird jeder Medienartikel eindeutig identifizierbar und auffindbar. „Das gilt auch für mein erstes Kinderbuch“, freut sich unsere Sales-Teamleiterin Jenny. Das ist nämlich im Frühjahr 2022 erschienen. Herzlichen Glückwunsch von den Kolleg:innen!

 

Was sagt die Norm aus?

Die ISO 2108, ursprünglich aus dem Jahr 1969, standardisiert das Nummernsystem für Bücher – bekannt als ISBN (International Standard Book Number).

 

Jenny:

»Zwei ISBNs hab ich schon belegt: für mein erstes Kinderbuch und dessen Hörbuchfassung.«

 

Richards Lieblingsnorm — DIN 10964

Norm für die einfach beschreibende Prüfung bei sensorischen Prüfverfahren

Vanillig, blumig, erdig: Richard kannte als gelernter Koch bereits die Begriffe, die auch Sommeliers nutzen, um Weine zu beschreiben. Später in der Lebensmittelindustrie gehörte es zu seinen Aufgaben, bei Kartoffelgerichten die Geschmacksprofile von Soßen nach DIN 10964 zu beschreiben – vor dem Frühstück. Hütchen ab, Richard! Daraus ist dann sogar eine Diplomarbeit entstanden. Heute sitzt Richard bei uns im Team Business Development.

 

Was sagt die Norm aus?

Bei der sensorischen Prüfung werden Eigenschaften einer Probe anhand von Ausdrücken beschrieben, die frei gewählt oder aus vorgegebenen Listen entnommen werden.

 

Richard:

»Wer 20 verschiedene Soßen für Kartoffelgratins beschreiben soll, braucht dafür nun mal Vokabular!«

 

Kays Lieblingsnorm — DIN EN 61305

Hi-Fi-Geräte und -Anlagen für den Heimgebrauch: Norm beschreibt Verfahren zur Messung und Angabe der Leistungskennwerte

Da bleibt der Fernseher meist aus: Kay hört lieber Musik, und das konzentriert und auf hohem Klangniveau. Dank seiner hochwertigen „Wiedergabekette“ (die einzelnen Geräte der Anlage) setzt er sich intensiv mit den Musikstücken auseinander. Dafür nutzt er besondere Streaming-Dienste oder spezielle Tonträger wie SACD (Superaudio-CD). Auf diese Weise kann Kay akustisch nachvollziehen, wie die Band zusammengesetzt war und wo die einzelnen Musiker bei der Live-Aufnahme standen.

 

Was sagt die Norm aus?

Quelle, Verstärker, Lautsprecher: Wie sehen die Frequenzgänge der einzelnen Geräte aus? Wie gut also ist die Qualität der gesamten Wiedergabekette?

 

Kay:

»Mir ist wichtig, Musik mit all ihren Informationen zu erfahren – vergleichbar mit dem Betrachten eines Kunstwerks.«

 

 

Credits:

Nadine Stenzel; Shutterstock: Fanfo; Unsplash: Frank McKenna, Danny de Jong, Z Grills Australia, Susan Q. Yin, Sai Balaji Varma Gadhiraju, Franki Chamaki, Annie Spratt